Ungarn will Rechte der deutschen Minderheit stärken
János Lázár: Neues Wahlgesetz soll deutsche Minderheit stärken Foto: mkogy.hu/Ausschnitt JF
BUDAPEST. Die deutsche Minderheit in Ungarn soll bei kommenden Wahlen eigene Abgeordnete ins Parlament entsenden dürfen. Dies kündigte der Fraktionsvorsitzende der regierenden nationalkonservativen Fidesz-Partei, János Lázár, in einem Interview mit der Welt am Dienstag an.
„Die Ungarndeutschen werden dadurch künftig im politischen System noch besser Gehör finden, ihre Stellung wird gestärkt“, sagte Lázár. Für die Regierung sei die Integration von Minderheiten eine zentrale Aufgabe. Neben den seit mehr als 700 Jahren in dem Land lebenden Ungarndeutschen sollen demnach auch Kroaten, Zigeuner und andere Minderheiten von dem geplanten Gesetz profitieren. Bisher waren die Deutschen nur mit Abgeordneten im Parlament vertreten, die über ungarische Parteien gewählt wurden.
Abrechnung mit den Sozialisten
Zugleich ging der Fidesz-Politiker scharf mit der sozialistischen Vorgängerregierung ins Gericht. Diese habe die Staatsverschuldung innerhalb weniger Jahre von 53 auf 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Hier werde die neue Regierung genau überprüfen, ob damals Gesetze verletzt worden seien.
Kritik, wonach die im Parlament mit Zweidrittelmehrheit ausgestattete Regierung über die Neuernennung von parteinahen Richtern versuche, Einfluß auf das Verfassungsgericht zu nehmen, ließ der Fraktionschef nicht gelten. Die Reform des obersten Gerichts habe die Regierung schließlich „nach deutschem Vorbild“ durchgeführt. Dazu bräuchte es mehr Richter, die durch ihre neunjährige Amtszeit sowieso unabhängig arbeiten könnten, betonte Lázár.
Umfragen sehen Rechte weiter deutlich in der Mehrheit
Nach Angaben des ungarischen Umfrageinstituts Tárki kommt die regierenden Fidesz derzeit auf 50 Prozent der Stimmen. Deutlich zulegen könnte die rechtsnationale Jobbik. Sie kommt demnach auf 21 Prozent der Stimmen und ist somit erstmals genauso stark wie die sozialistische Partei (MSZP), berichtet die Zeitung Pester Lloyd. Die Grünen erreichen etwa sieben Prozent. (ho)
in Ungarn war das Vertreten der Minderheiten nicht gelöst, das neue Grundgesetz (in Kraft treten von 1. 1. 2012.) wird es lösen, also die deutsche Minderheit wird minimum 1 Volskvertreter in ungarischen Parlament haben.
Aber es gibt deutsche Politiker in Ungarn, zB Pál Schmitt, unser Präsident stammt aus Ettingen.
Leider die deutsche Medien haben uns sehr stark attackiet: Mediengesetz, Verfassung, EU-Präsidium. Ich weiß es nicht, warum sind wir in deutschen Medien sehr verhasst.
Grüsse aus Ungarn:
Laci
Andre Boine aus Dresden
Mittwoch, 05-10-11 22:56
@ich bin nicht aus Deutschland:
Ihr Zitat: "Ich muß Ihnen leider sagen, daß Sie ein Dummkopf sind."
Wieso "leider" ? Ich bin für jede Aufklärung bzgl. eigener Unzulänglichkeiten dankbar. Daher danke!
Ersetzen Sie doch bitte - nun richtigerweise - die von mir benannte NPD durch CDU/CSU, die ja ebenfalls Mitglied der EVP ist, und schon passt es. Deren Politik läuft hier sowieso unter "linksgestrickt". Und auch hier haben Sie Recht, dass Sie meine Gleichsetzung unerträglich finden, soweit wird es unter einer NPD nie kommen.
Chapeau!
Frage: Fühlen Sie sich durch meinen Beitrag als Anhänger von Fidesz/ der EVP / der CDUCSU oder eher als Anhänger der NPD beleidigt?
ich bin nicht aus Deutschland
Mittwoch, 05-10-11 15:35
@Andre Boine aus Dresden
„…parlamentarische Sonderrechte - für Türken“
Ach, seien Sie mal nicht so ungeduldig, es kommt schon! ….die arbeiten schon daran!
„…dass wäre ja so, als ob Parteien wie "Die Freiheit" oder die NPD in Deutschland…“
Ich finde es unerträglich, wie Sie Ungarn und die Partei Fidesz - die über mehr als zwei Drittel der Mandate verfügt -, mit der NPD gleichsetzen. Diese Partei ist Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP), die sich aus christlich-demokratischen und konservativ-bürgerlichen Mitgliedsparteien aus der gesamten Europäischen Union zusammensetzt.
Ich muß Ihnen leider sagen, daß Sie ein Dummkopf sind.
Hagen von Tronje aus Ruhrgau
Mittwoch, 05-10-11 09:47
Freut mich zu hören.
Die Deutschen und Ungarn haben eine sehr vielfältige Geschichte zueinander aufzuweisen. Aber bis auf Startschwierigkeiten am Anfang mit den Magyaren waren Deutschen und Ungarn sich doch meist immer sympathisch.
Hans Holt aus Berlin
Mittwoch, 05-10-11 09:21
@ ich bin nicht aus Deutschland: Danke für die richtig Schreibweise. Ich glaube, Sie haben Verständnis, wenn ich bei meiner trivial-phonetischen bleibe.
Ungarn war für mich immer ein Land mit großer Fazination - und wird es auch bleiben.
Andre Boine aus Dresden
Mittwoch, 05-10-11 06:59
Die nationalkonservativen Ungarn überraschen mich, soweit nach rechts gerückt, dass sie links wieder raus kommen? Meine Güte, dass wäre ja so, als ob Parteien wie "Die Freiheit" oder die NPD in Deutschland plötzlich Minderheitenrechte - oder besser parlamentarische Sonderrechte - für Türken, Sorben, etc. einführen. Ein neues Gender-Mainstream, ein neuer Feminismus, diesmal für Minderheiten? Verkehrte Welt. Man kann sich eben auf gar nichts mehr verlassen. Bestimmt ein Fehler in der "Matrix".
Friedrich Zehetner aus Wien
Dienstag, 04-10-11 22:46
Deutsche Siedlungsgebiete in Ungarn bis 1945:
http://mitglied.multimania.de/bfo/ungarn.jpg
ich bin nicht aus Deutschland
Dienstag, 04-10-11 18:21
Hódmezővásárhely-Kutasipuszta
...das erste Mal gehört als ich nach Deutschland kam!
Der tatsächliche Name lautete bis 1949 Hódmezővásárhely-Kutaspuszta. Am 1. Januar 1950 wurde das Dorf unter dem Namen Vásárhelykutas eine eigenständige Gemeinde, die wenig später in Székkutas umbenannt wurde. Székkutas liegt etwa 25 km nordöstlich von Hódmezővásárhely an der Bahnstrecke Békéscsaba–Orosháza–Hódmezővásárhely.
Seit 2004 gibt es in Székkutas ein Hugo-Hartung-/Piroschka-Museum.
Hódmezővásárhely, 48.909 Einwohner
Hoodmesöwaascharhej oder ˈhoːdmɛzøːvaːʃaːrhɛj
Die deutsche Übersetzung des Namens lautet so viel wie "Marktplatz auf dem Biberfeld".
Die Habsburger nannten es Neumarkt an der Theiß
Albert Schweisser aus Rheinland
Dienstag, 04-10-11 17:30
Ich war auch irritiert ob der Überschrift: Wenn jemand davon spricht, Rechte Deutscher zu stärken, dann kann es ja nie und nimmer um Deutschland gehen. Also Ungarn. Gott sei Dank. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn wie damals Katharina die Große die deutschen Handwerker, so nun der ungarische Staat deutsche Wohlhabende anwerben würde... hier in Deutschland will man ja weder ihren Fleiß noch ihre Intelligenz, nur ihr Geld. Und die Dummheit und Faulheit der ganzen Welt belohnen und bedienen.
Paul Pope aus Baden-Württemberg
Dienstag, 04-10-11 15:48
Nachdem unsere Linksliberalen das Pressegesetz damals durch den Blätterwald zogen, bin ich gespannt, ob man hiervon was von den Qualitätsmedien hört. Passt es doch nicht ins Feindbild einer bösen, rechten Partei. 71% wählen rechtes Lager - da möchte man doch auch zu den Ungarndeutschen gehören!
Hans Holt aus Berlin
Dienstag, 04-10-11 15:15
Gute Idee, die Deutschen müssen ja irgendwo auf der Welt einen Platz finden, wo sie sich noch zu Hause fühlen. Im Austausch bekommt dann die BRD die ungarischen Romas und Sintis aufs Auge gedrückt. Nur die Geigen Spielenden dürfen in Budapest bleiben, um für die Touristen ein wenig rumzufiedeln. Ohne Quatsch: Ich liebe die Ungarn! Wirklich!!!
War es damals, 1989, schön in Hodmeschewaschahelikutaschipuszta!(Das ist ein Ort in der Puszta und den gibt es wirklich; siehe Film "Ich denk so oft an Piroschka")
Aber die Magyaren stehen zur Zeit auf der Abschussliste der Gutmenschen. Weiter so Orban!