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Nachrichten

Donnerstag, 14.08.2008

Linksextremisten verüben Anschläge auf SPD-Politiker

 

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Gunnar Eisold Foto: privat

HAMBURG. Auf das Haus des Bürgerschaftsabgeordneten Gunnar Eisold (SPD) ist in der Nacht zum Mittwoch ein Anschlag verübt worden. Ein schwerer Stein zerschmetterte die Verandatür des Familienhauses und flog rund zehn Meter durch das Wohnzimmer.

„Hätte der Stein jemanden getroffen, er wäre jetzt tot“, sagte Eisold dem Hamburger Abendblatt: „Zum Glück war mein elf Jahre alter Sohn zur Tatzeit nicht zu Hause.“

Die Polizei geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Unbekannte hatten an das Haus unter anderem die Losung „Abschiebung = Mord“ geschmiert. Eisold arbeitet im Einwohnerzentralamt und ist für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. „Mit der Abschiebung von Flüchtlingen aber habe ich gar nichts zu tun“, zitiert ihn die Welt.

Angriff auf das Haus des Chefs der Ausländerbehörde

Bereits zwei Tage zuvor war Eisolds Vorgesetzter Ralph Bornhöft, Chef der Ausländerbehörde und wie Eisold SPD-Mitglied, Ziel eines Anschlags. Dessen Wohnhaus wurde mit Farbbeuteln beworfen. Am selben Tag wurde auch ein Auto eines Mitarbeiters des Dussmann-Konzerns in Brand gesetzt. „Wir gehen in dem Fall von einer Zufallstat aus“, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer der Welt.„Gewalt gehört nicht in eine Demokratie“

Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) sieht laut Hamburger Abendblatt einen „inhaltlichen Zusammenhang“ mit dem am Wochenende beginnenden „Antirassismus- und Klimacamp“ im Hamburger Stadtteil Lurup, bei dem die Veranstalter rund zweieinhalb tausend Teilnehmer erwarten. So wurden sowohl Eisold wie auch Bornhöft in einer Broschüre der Veranstalter genannt.

Nach Informationen der Zeitung wurden die hier erwähnten Personen von der Polizei vor möglichen Anschlägen gewarnt. „Es ist ungeheuerlich, daß Mitarbeiter, die ihre dienstliche Pflicht erfüllen, Opfer rein ideologischer Angriffe werden, die gegen ihre körperliche Unversehrtheit und ihre Privatsphäre gerichtet sind“, wird Senator Ahlhaus von der Welt. Auch Eisold äußerte sich entsprechend: „Gewalt gehört nicht in eine Demokratie.“

SPD-Fraktion beantrag Sondersitzung

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat mittlerweile eine Sondersitzung beantragt. Sollten sich Anhaltspunkte ergeben, daß Teilnehmer des Lagers beteiligt waren, sollen "alle rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden, die Veranstaltung sofort abzubrechen", forderte SPD-Fraktionschef Michael Neumann.

Mitarbeiter der Behörde wurde in der Vergangenheit immer wieder Ziele von Angriffen. So auch vor drei Jahren Christoph Bushart, der Stellvertreter von Bornhöft. Im Gespräch mit dem Straßenmagazin Hinz & Kunzt sagte dieser: „Wir haben aus Sicht der Ausländer regelhaft nichts zu geben, sondern nur etwas zu nehmen, nämlich den Aufenthalt in Deutschland. Wie sollen wir uns da bewerben, die publikumsfreundlichste Ausländerbehörde zu werden?“

 



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Peter Freimann aus Schleswig-Holstein

Freitag, 15-08-08 21:17

Sehr gut gesehen, Herr Wunder! Man hat seinen Max Frisch gelesen, denn genau so spricht der Biedermann mit dem Brandstifter.

 

Roland Heinrich aus München

Freitag, 15-08-08 14:29

Mir fällt der braune Mob von damals ein, wenn ich an die Linksextremisten denke. Damals waren es die Scheiben der Juden. Seid dem verging viel Zeit. Doch es sind immer noch die Gleichen, die hinter demokratischem Wortgeklingel, ihr faschistoides Verhalten rechtfertigen.

 

Willi Wunder aus Dresden

Freitag, 15-08-08 11:32

Die Quintessenz ist witzigerweise nicht die konsequente Maßnahme gegen die linken Gewalttäter, sondern die Rechtfertigung des Opfers „Mit der Abschiebung von Flüchtlingen aber habe ich gar nichts zu tun“. Hätte er was damit zu tun, wärs wohl gerechtfertigt, halbe Felsen durch die Verandatür zu schmeissen?

 

Martin S. aus Essen

Donnerstag, 14-08-08 20:34

Herr, die Not ist gross! Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.

Tja, Kampf gegen Rechts.
Ich dachte nur die CDU würde sich am Kampf gegen sich selbst beteiligen. Am Ende frisst der Kampf gegen Rechts das gesamte demokratische Spektrum auf bis nur noch eine Diktatur übrig bleibt.

 
 

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