Freitag, 11.07.2008 Breiter Protest gegen Anti-Islamisierungskongreß
Von Felix Krautkrämer
 Flugblatt zum Anti-Islamisierungskongreß von Pro Köln und Pro NRW Foto: JF
KÖLN. Vertreter aller Parteien in Köln unterstützen eine Initiative des DGB gegen den geplanten Anti-Islamisierungskongreß der Bürgerbewegung Pro Köln, an der auch Linksextremisten beteiligt sind.
Für den Kongreß gegen die Islamisierung Europas, der vom 19. bis zum 21. September in Köln stattfinden soll, sind unter anderem der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache, Front National-Chef Jean-Marie Le Pen, der Fraktionsvorsitzende des belgischen Vlaams Belang, Filip Dewinter, sowie der parteilose Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche als Redner angekündigt.
In einer Protesterklärung unter dem Titel „Wir stellen uns quer: Europäische Rassisten haben in Köln keinen Platz!“ forderte der DGB, daß der „Rassistenkongreß“ verboten werde. Die Veranstalter wollten mit ihrer „rassistischen Hetze“ gegen Muslime den Kommunal- und Europawahlkampf vorbereiten. Deswegen fordern die Initiatoren den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) und den Polizeipräsidenten Klaus Steffenhagen auf, „alles ihnen Mögliche zu unternehmen, damit die Hetzveranstaltung nicht stattfinden“ könne.
Auch das linksextreme Spektrum ist vertreten
Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kölner Rat, Martin Börschel, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat, Ralph Sterck, der Kölner SPD-Chef Jochen Ott sowie verschiedene Grünen-Politiker. Ebenso der Stellvertretende Stadtsuperintendent des evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Rolf Domning und die Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses Hannelore Bartscherer.
Daneben finden sich aber auch Vertreter des linksextremen Spektrums unter den Erstunterzeichnern. So zum Beispiel der Vorsitzende der Kölner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Peter Trinogga, und der Vorsitzende der Linksfraktion im Kölner Rat, Jörg Detjen.
Detjen war laut der im Internet erscheinenden Linken Zeitung lange Jahre Parteivorsitzender des Bundes Westdeutscher Kommunisten und ist zudem Mitherausgeber der linksextremen Antifaschistischen Nachrichten. Außerdem ist Detjen als Geschäftsführer des GNN-Verlags tätig, der die Antifaschistischen Nachrichten herausgibt. Laut der Internetseite des NRW-Verfassungsschutzes publizieren die GNN-Verlage „Zeitschriften des orthodox marxistisch-leninistischen Spektrums, des Bereichs der ehemaligen K-Gruppen, der Kurdistan-Solidarität bis hin zum ehemaligen terroristischen Umfeld.“

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