Donnerstag, 19.02.2009 Machtkampf in der NPD: Pastörs tritt gegen Voigt an
Von Felix Krautkämer
 Andreas Molau: Seine Zukunft in der Partei ist ungewiß Foto: Privat
BERLIN. Der Machtkampf in der NPD geht in eine neue Runde. Andreas Molau hat seine Kandidatur für den Parteivorsitz zurückgezogen. Nun will der Fraktionsvorsitzende in Schwerin, Udo Pastörs, NPD-Chef Udo Voigt aus dem Amt drängen.
Molau war erst Ende vergangenen jahres mit dem selbstgesteckten Ziel angetreten, die NPD zu neuen Ufern zu führen. Moderner sollte die NPD werden, und politikfähiger. Neue Wählerschichten wollte er der Partei erschließen, auch im bürgerlichen Lager. Vor allem aber wollte Molau nach eigenen Angaben dafür sorgen, daß sich die NPD endlich nicht mehr hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Immerhin lodert seit einem Jahr ein heftiger Streit um die Führung. Kritiker werfen Parteichef Udo Voigt vor, in die Machenschaften des wegen Veruntreuung verurteilten ehemaligen Schatzmeisters Erwin Kemna verstrickt gewesen zu sein. Voigt bestreitet dies. Unterstützung bekam Molau bei seiner Kandidatur für den Parteivorsitz von den beiden Fraktionschefs der NPD in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, Holger Apfel und Udo Pastörs. Viele in der Partei galt Molau daher als Kompromißlösung, eingefädelt von Generalsekretär Peter Marx, der aus seiner Ablehnung Voigts schon länger kein Geheimnis mehr macht.
Kampfkandidatur sollte vermieden werden
Im Dezember hatte er sich gegenüber der JUNGEN FREIHEIT offen gegen Voigt ausgesprochen. Die Partei brauche einen personellen Neuanfang, forderte er und kündigte an, daß er für den Fall einer Wiederwahl Voigts nicht mehr für den Parteivorstand kandidieren werde. Also wurde ein Gegenkandidat für die Wahl des Parteivorsitzenden gebraucht.
Dabei sollte eine Kampfkandidatur von Apfel und Pastörs, denen beiden Ambitionen auf den Parteivorsitz nachgesagt werden, vermieden werden. Voigt wäre in diesem Fall der lachende Dritte. Also einigte man sich offenbar auf Molau als Kandidaten und brachte ihn medienwirksam in Stellung. Beobachter mutmaßten, daß Molau im Falle eines Sieges den beiden Fraktionsvorsitzenden als neuer Parteichef nicht wirklich gefährlich werden könnte, da er über keine eigene Hausmacht verfüge. Voigt selbst soll Molau noch am vergangenen Wochenende während des Trauermarschs in Dresden gefragt haben, wie lange dieser das Spiel noch mitspielen wolle. Es sei doch nur eine Frage der Zeit, bis er zu gunsten von Pastörs auf die Kandidaturverzichten würde. Molau soll entrüstet geantwortet haben, ihm sei es ernst mit seiner Kandidatur. Für ein Spiel würde er seinen Namen nicht hergeben.

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